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In Nepal herrscht eine große Wohlstandskluft zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. Mehr als die Hälfte der 28 Millionen Nepalesen sind Analphabeten. 70 % der Bevölkerung werden von dem brahmanisch beherrschten Kastensystem nicht als gleichwertig anerkannt.

Die weit verbreitete Korruption der Polizeibehörden und der Staatsverwaltung trägt dazu bei, dass die Bevölkerung kein Vertrauen in die bestehende Regierung setzt und keine Hilfe erwartet. Die juristischen Mittel, wie das Zivilrecht von 1963, das alle Formen von Diskriminierung − insbesondere der Kastendiskriminierung − unter Strafe stellt, greifen im Alltag nicht.

Die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank übten schon mehrfach Druck auf die Regierung in Kathmandu aus, um Rechenschaft über die Ausgaben für Entwicklungsprogramme zur Armutslinderung zu erhalten, jedoch lange Zeit ohne Erfolg.

Erst 1987 erklärte sich König Birendra, auf Druck aus Indien, zu Reformen bereit. Die Einführung einer neuen Verfassung verzögerte sich noch bis zum 9. November 1990; erst massiver Druck aus mehreren Ländern, insbesondere Indien, welches seine Grenzen schloss, und Massendemonstra-tionen der zusammengeschlossenen Oppositionsparteien, bestehend aus einem Bündnis der Kommunistischen Partei Nepals und der Kongresspartei, zeigten Erfolg.

Die ersten demokratischen Wahlen fanden am 12. Mai 1991 statt. Einzige Kritikpunkte einiger Parteien an der neuen Verfassung waren die mögliche Notstandsverordnung durch den König, welche erst nach drei Monaten vom Repräsentantenhaus bestätigt werden musste, und die Beibehaltung des Begriffes „Hindu-Königreich". Binnen kürzester Zeit war die neue politische Elite in den Augen der Bevölkerung allerdings noch korrupter als die alte Regierung. Dies hing jedoch auch mit der höheren Sichtbarkeit von Korruption durch ein offeneres System mit einer verhältnismäßig freien, engagierten und kritischen Presse zusammen, die während des Panchayat-Systems stärkerer Zensur ausgesetzt war.

König Birendra starb am 1. Juni 2001 bei einem von seinem Sohn, Kronprinz Dipendra, verübten Massaker (offizielle Geschichtsschreibung). Zugleich erschoss der Sohn auch seine Mutter, einige Geschwister und dann sich selbst. Ehe er nach drei Tagen seinen Verletzungen erlag, wurde er noch zum Nachfolger gekrönt. Schließlich wurde Birendras Bruder Gyanendra König von Nepal. Dieser, ein Geschäftsmann, der an sehr vielen großen Unternehmen Nepals beteiligt ist, verdreifachte seine königliche Apanage auf umgerechnet 4,5 Millionen Euro. König Birendra war, trotz seiner Widersprüchlichkeit, im Lande sehr beliebt gewesen.

Die offiziellen Verlautbarungen zum Tathergang finden daher wenig Glauben; schließlich hat das Ausradieren einer ganzen Königsfamilie in Nepal Tradition. Interessanterweise wurden die Konterfeis des toten Königspaares nur in den wenigsten Amtsstuben und noch weniger in den Heimen der Nepalis durch die des nachfolgenden Königspaares ersetzt.

Die Regierungskoalition, gebildet von der Sieben-Parteien-Allianz, einem Bündnis zentristischer und linksliberaler Parteien, und den Maoisten, einigte sich am 24. Dezember 2007 auf die Abschaffung der Monarchie und die Ausrufung einer Republik im Frühjahr 2008.

Mit der Abstimmung im Parlament vom 28. Dezember 2007 wurden die Abschaffung der Monarchie und der Übergang zu einer „konstitutionellen demokratischen Bundesrepublik" beschlossen. Die offizielle Ausrufung der Bundesrepublik erfolgte am 28. Mai 2008 bei der konstituierenden Sitzung der Verfassungsgebenden Versammlung Nepals.

Die Verfassungsgebende Versammlung (Constituent Assembly) erhielt 2007 durch die in Kraft getretene Übergangsverfassung das Mandat, eine neue Verfassung für die neu entstandene Demokratische Bundesrepublik Nepal (Sanghiya Loktāntrik Ganatantra Nepāl) auszuarbeiten und nach öffentlicher Diskussion zu verabschieden. Der Entwurf für die neue Verfassung sollte am 28. Mai 2010 von der Verfassungsgebenden Versammlung öffentlich bekanntgegeben werden. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden. Vertreter der drei großen Parteien Nepals, die Maoists, Nepali Congress und die gemäßigte Communist Party of Nepal (Unified Marxist Leninist) (CPN-UML) verständigten sich nach zähen Verhandlungen noch in derselben Nacht auf eine Fristverlängerung von einem Jahr. Diese wurde zweimal jeweils kurz vor Ablauf der Frist um weitere drei Monate verlängert sowie Ende November 2011 um ein halbes Jahr. Danach wurde eine neue Verfassung für Ende Mai 2012 erwartet, was erneut misslang und dazu führte, dass der am 28. August 2011 gewählte Premierminister Baburam Bhattarai für den 22. November 2012 Neuwahlen ankündigte. Im November 2012 rang sich die Verfassungsgebende Versammlung dazu durch, die Neuwahlen zwischen Mitte April und Mitte Mai 2013 anzusetzen.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel 'Nepal' aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.