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Hostel

Hostel in KathmanduDer FNH hat die Erfahrung gemacht, dass es nicht ausreicht, armen Kindern ein Zuhause, Schulbildung und ärztliche Versorgung zu geben, sondern dass es ebenso nötig ist, sie beim Erwachsenwerden noch eine Weile zu begleiten. Nur so haben sie die Voraussetzungen, einen Beruf zu erlernen, danach eigen­verant­wortlich und eigenständig zu leben und zu arbeiten. Deshalb haben wir folgerichtig ein weiteres Projekt ins Leben gerufen: ein Hostel für ca. 30 Jugendliche in Kathmandu, in dem unsere Jugendlichen nach Abschluss der 8. Klasse bis zum Schulabschluss der 10. Klasse wohnen und sich auf das Leben draußen sowie auf ihren Beruf durch regelmäßige Berufsberatung und Besuche in Betrieben vorbereiten können. Sie verlassen den geschützen Raum des Kinderdorfes und ziehen mit neuen Herausforderungen in die Großstadt. Für Beruf und Studium haben diese Jugendlichen in Kathmandu mehr Möglichkeiten, denn die Chancen in der Nähe des Kinderdorfes sind dafür sehr begrenzt. 

Nach dem Abschluss der 10. Klasse ("SLC" vergleichbar mit Mittlere Reife) steht ein weiterer großer Schritt an. Die Jugendlichen erhalten monatlich vom FNH/FWHC für drei Jahre einen festen Geldbetrag aus der Ausbildungspatenschaft mit 60 Euro pro Monat. Von diesem Geld mieten sie sich selbst meist zu zweit oder zu dritt kleine Wohnungen in der Umgebung des Hostels und finanzieren damit neben dem Lebensunterhalt ihre Berufsausbildung oder den College-Besuch. Mit diesem Schritt hinaus aus dem Projekt lernen sie verstärkt, ihr Leben selbständig zu führen. Beraten und betreut werden sie weiterhin von unseren Mitarbeitern im Hostel. Gerade am Anfang brauchen junge Menschen, die zum ersten Mal auf eigenen Beinen stehen müssen, angemessene Begleitung. Diese Aufgabe übernimmt neben dem Projektleiter, Raj Kumar Shrestha, der in der Nähe wohnt, auch Prabin Gautam (Büroleiter).

Eine großzügige Spende ermöglichte uns im Januar 2006 den Kauf des Grundstücks für das Jugend-Hostel-Projekt. Noch im gleichen Jahr konnten die ersten Jugendlichen in das neue Zuhause einziehen.

Das Hostel wird als Mehrzweckgebäude genutzt. Mehrere Zimmer, eine kleine Bücherei, PCs mit Internet, eine gemeinsame Küche mit Speisesaal, sanitäre Einrichtungen mit Warmwasser durch eine Solaranlage auf dem Dach, Waschplätze für Wäsche und ein großer Innenhof stehen unseren Jugendlichen zur Verfügung.

Die parallel zur Straße liegenden Räume werden als Büros und Läden vermietet. Die Mieteinnahmen werden zur Ausgabenfinanzierung der laufenden Hostelkosten verwendet. Zurzeit gibt es eine Schnitzereiwerkstatt, einen Friseursalon, wo unsere Jugendlichen auch Haareschneiden lernen können, einen Teeladen, einen an die Telekom vermieteten Lagerraum, das Büro des FNH/FWHC und das Reisebüro Adventure Specialist Travel.

Zukünftig wollen wir in den Räumen des Hostels das Erlernen von handwerklichen Grundkenntnissen anbieten. Besonders in den Bereichen Metall- und Holzbearbeitung sowie Elektrifizierung und Schweißen möchten wir unseren Jugendlichen Kenntnisse vermitteln, um sie neben der Berufsberatung auch mit praktischen Fähigkeiten auszustatten.

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